
Retainer nach der Behandlung: Warum die Nachsorge zählt
Der Tag, an dem die Zahnspange abgenommen wird, fühlt sich für Kinder wie eine Ziellinie an. Fachlich betrachtet ist er ein Etappenziel: Denn erst die Retentionsphase entscheidet darüber, ob das Ergebnis auch in zehn Jahren noch so aussieht wie am Abnahmetag.
Was in der Retentionsphase passiert
Nachdem die Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist, beginnen wir mit der Nachsorge- bzw. Retentionsphase. Das bedeutet, dass wir mittels spezieller Technologien über ein Jahr darauf achten, dass die Zähne Ihres Kindes in ihrer neuen Position bleiben.
Dafür kommen Retainer zum Einsatz — auch Zahnstabilisatoren genannt. Sie sitzen entweder fest, oder sie sind herausnehmbar. Ihr Zweck ist in beiden Fällen derselbe: die Erfolge der Zahnspange langfristig zu sichern.
Warum sich Zähne überhaupt zurückbewegen
Eine Zahnspange bewegt die Zähne im Kieferknochen. Dafür wirkt sie mit genau dosierten Kräften auf den Kieferknochen ein: Der Körper baut den Knochen auf jener Seite ab, zu der sich der Zahn hinbewegen soll, auf der anderen Seite entsteht hingegen neuer Knochen. Dieser Umbau braucht Zeit, um sich zu festigen.
Bis zu vier Jahre besteht — aufgrund eines Lockerungsgrades der Zähne — die Gefahr eines sogenannten Rezidivs, also eines Rückgangs in die ursprüngliche Position. Gerade bei jungen Menschen, die sich noch im Wachstum befinden, können sich das Wachstum oder stark einwirkende Muskelkräfte negativ auswirken. Bei manchen Menschen kann es sogar vorkommen, dass sie lebenslang einen Zahnstabilisator tragen müssen, weil sie genetisch bedingt zu Fehlstellungen neigen.
Wie lange und wie oft getragen wird
Je länger die Retentionsphase dauert, desto besser wird das Ergebnis ausfallen. Eine Faustregel, die sich in unserer Praxis bewährt hat: Der Retainer sollte mindestens so lange getragen werden, wie die Behandlung mit der Zahnspange bis dahin gedauert hat. Oftmals kann die Haltezeit auch länger sein.
Für den Alltag gilt: Der Zahnstabilisator wird jede Nacht getragen. Im ersten Jahr empfehlen wir 12 Stunden am Tag, danach kann auf 8 Stunden reduziert werden. Für Familien ist das gut machbar, weil der Retainer damit fast vollständig in die Schlafenszeit fällt.
Kontrolltermine nicht auslassen
Wichtig ist, dass Sie die Kontrolltermine einhalten. Bringen Sie die Schiene immer mit, damit wir Sitz und Wirkung überprüfen können. Falls eine Korrektur nötig ist, können wir jederzeit Anpassungen am Retainer vornehmen. Gerade in Wachstumsphasen lohnt sich dieser regelmäßige Blick.
So bleibt der Retainer sauber und heil
Es ist wichtig, den Retainer jeden Tag zu reinigen. Am einfachsten ist es, ihn mit einer Zahnbürste unter kaltem Wasser zu bürsten und abzuspülen. Vier Dinge sollten Sie und Ihr Kind unbedingt vermeiden, weil sie die Schiene verformen oder beschädigen können:
- Heißes Wasser
- Alkohol
- Haushaltsreiniger
- Ein Waschgang in der Spülmaschine
Und ein praktischer Elterntipp aus dem Ordinationsalltag: Der Retainer gehört immer in seine Box — nie in die Serviette am Esstisch. Genau dort verschwinden die meisten.
Bei uns ist die Nachsorge inklusive
Retainer sind in allen unseren Behandlungspaketen enthalten, ebenso wie alle Kontrollen und die Nachsorge. Der Retainer stabilisiert das Ergebnis, damit sich die Zähne nicht zurückbewegen — deshalb betrachten wir ihn nicht als Zusatzleistung, sondern als Teil der Behandlung. Alle Details dazu finden Sie auf unserer Seite Kosten.
Bleiben Sie dem Retainer treu
Der wichtigste Satz zum Schluss: Bleiben Sie Ihrem Zahnstabilisator treu. Ansonsten kann es dazu kommen, dass sich die Zähne nach der Behandlung zurück in die ursprüngliche Position bewegen — und die investierte Zeit war umsonst. Wenn Sie Fragen zur Retentionsphase Ihres Kindes haben oder unsicher sind, ob der Retainer noch richtig sitzt: Vereinbaren Sie einfach einen Termin, wir sehen uns das an.